Das Projekt

Lieder Von der Freiheit und der Menschlichkeit
Canto General von Mikis Theodorakis
25 Jahre deutsche Einheit - Ein KulturEvent der Region Kleinmachnow
3. Oktober 2015

 

Der „Canto General“ als kulturelles Ereignis

Der „Canto General“ des weltbekannten griechischen Komponisten Mikis Theodorakis gehört zu den außergewöhnlichsten und bedeutendsten Werken der Musik. Ein Konzert, bei dem dieses Stück im Mittelpunkt steht, gehört immer zu den Höhepunkten im Kulturleben einer Stadt oder einer Region. Auch für die Ausführenden ist die Erarbeitung und Aufführung dieses Werkes stets ein hoch motivierendes Erlebnis. Die Begegnung mit diesem bedeutenden Musikdokument des 20. Jahrhunderts eröffnet den Mitwirkenden eine Fülle von musikalisch-kulturellen Erfahrungen, die nachhaltig sein können für die weitere persönliche Entwicklung. Die Musik von Mikis Theodorakis rührt an, reißt mit und begeistert weltweit die Menschen. Das liegt sicher daran, dass in seiner Musik immer wieder die folkloristischen Wurzeln des großen griechischen Komponisten zu spüren sind. Die Menschen berührt aber auch unmittelbar, dass sich Theodorakis mit seiner Musik leidenschaftlich für die Natur, die Freiheit, den Frieden und die Menschlichkeit einsetzt.
Besonders inspirierten ihn die Texte des chilenischen Dichters Pablo Neruda. Dessen „Canto General“, - ein großer Gesang u.a. über die Schönheit der Natur und die Sehnsucht nach Freiheit-, fasste er in 13 Stücken zu einem abendfüllenden Werk zusammen. Es ist in seiner Entstehungs-geschichte eng mit dem Kampf um die Befreiung von den Diktaturen in Chile und Griechenland verbunden. Als Theodorakis den Text in Chile kennenlernte, war er selbst gerade den Schergen der griechischen Junta entkommen. Und die Aufführung des noch nicht vollendeten Werkes in Chile scheiterte, weil die reaktionären Kräfte um General Pinochet die frei gewählte Regierung von Salvador Allende gestürzt hatten und den Präsidenten ermordet hatten. Kurz danach starb Neruda. Es ist bis heute umstritten, ob eine Vergiftung durch die Gefolgsleute von Pinochet dafür verantwortlich waren oder seine Krebserkrankung.
Wie dem auch sei - Theodorakis vollendete das Werk, bis es schließlich in seiner jetzt vorliegenden Form am 4. April 1981 in Berliner Palsat der Republik uraufgeführt wurde.
In dieser Fassung trat es seinen Siegeszug rund um die Welt an und soll nun auch in Kleinmachnow erklingen.

 

Jugendliche immer dabei

Diesesmal: Workshop für Jugendliche
"Neugier, Begeisterung, Initiative und Selbstverantwortung der musikalischen Jugend durch kompetente Anleitung zu wecken, ist unser Weg, um Musik als kulturelles Gut, als menschliche Äußerung und als Klanggestalt begreifbar zu machen.

Dieses Zitat aus dem Leitbild der Jeunesses Musicales Deutschland ist seit Beginn auch das Motto der Projekte. Waren es bisher zweimal erfolgreiche Tanzworkshops für Jugendliche zu den jeweiligen Projekt-Themen, soll es diesmal heißen: „Musik erfinden – Kompositions-Workshop für Jugendliche“.
Junge Menschen ab 12 Jahre sollen motiviert werden, für die gleiche Besetzung, die für den „Canto General“ eingesetzt wird, ein etwa 10-minütiges Musikstück zu komponieren, bei dem möglichst auch der Chor zum Einsatz kommen kann. Ideal wäre es, wenn dabei auch eine Aufgabe für einen Kinderchor vorgesehen werden könnte, der dann für diesen Teil des Projektes gebildet würde.
Das Thema der Kompositionen soll aus den Bereichen „Interkulturelle Verständigung“, „Zusammenleben“ und „Toleranz“ kommen. Dazu könnte sich einer der vielen Texte des „Canto General“ von Pablo Neruda anbieten, die nicht von Theodorakis vertont wurden. Denkbar ist aber auch, dass den Jugendlichen die Möglichkeit eröffnet wird, einen eigenen Text zu verwenden.
Die an diesem Workshop interessierten Jugendlichen sollen auf dem Weg zum Workshop von Dozenten d fachlich-pädagogisch begleitet werden.
Das Ergebnis wird unter dem Titel "Ten Minutes with Neruda" am 4. Oktober im Rahmen des Konzertes uraufgeführt.

Hintergrund des Projektes
Am 3. Oktober 1990 wurde der Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland wirksam, den die Volkskammer am 23. August des gleichen Jahres beschlossen hatte. Aus verschiedenen politischen Gründen war der 3. Oktober der erste mögliche Tag für den Beitritt. Sowohl der Volkskammerbeschluss selbst als auch die Datumsetzung sind bis heute Gegenstand von Diskussionen. Gleichwohl hat sich der 3. Oktober als Feiertag der Deutschen Demokratie durchgesetzt. Dieser Tag jährt sich nun 2015 zum 25. Mal. Das sollte Grund sein zum Innehalten und Nachdenken über die gesellschaftliche und politische Entwicklung, die Deutschland in diesen 25 Jahren genommen hat. Dazu wird es sicher eine Fülle von verschiedenen Veranstaltungen geben, teilweise mit kontroverser Themensetzung. Die Kultur kann bei diesem Innehalten und Nachdenken eine besondere Rolle übernehmen. Der KultRaum Kleinmachnow e.V. sieht sein Vorhaben „Projektchor-Kleinmachnow“ als eigenen profilierten Beitrag auch vor diesem Hintergrund.
Sowohl der Schriftsteller Pablo Neruda als auch der Komponist Mikis Theodorakis haben in ihren Heimatländern Chile und Griechenland politische Unfreiheit erlebt und persönliches Leid erlitten. Deswegen spiegelt ihr gemeinsames Werk „Canto General“ auf authentische Weise durch den Inhalt der bildreichen Sprache und die leidenschaftlichen musikalischen Klänge in künstlerischer Form die Sehnsucht des Menschen wieder nach Freiheit, Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Es macht deswegen Sinn, dieses Meisterwerk als Beitrag zur 25. Wiederkehr des 3. Oktober zu erarbeiten und aufzuführen.

Die Ausführenden – ein regionales Netzwerk

Um eine Aufführung des „Canto General“ zu verwirklichen, muss man viele verschieden Aktive zu einem gemeinsamen großen Ensemble zusammenführen. Ein großer Chor von mindestens 85 Sängerinnen und Sängern wirkt zusammen mit 6 Schlagzeugern, 3 Gitarren, 3 Flöten, einem Kontrabass und 2 Klavieren. Dazu kommen 2 Vokal-Solisten und ein Rezitator bzw. eine Rezitatorin. Insgesamt werden also mindestens 100 Musikerinnen und Musiker die Bühne füllen.
Hierzu sollen im Sinn eines regionalen kulturellen Netzwerkes Mitwirkende vorrangig aus der Region Potsdam-Mittelmark angesprochen werden.

Chor mit regionaler Verwurzelung
Der für eine Aufführung dieses Werkes notwendige Chor soll aus Sängerinnen und Sängern bestehen, die aus dem gesamten Kreis Potsdam-Kleinmachnow kommen. Dabei werden Einzelne in gleicher Weise eingeladen wie bestehende Chorgruppen. In mehreren Wochenend-Work-shops werden die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf die Mitwirkung vorbereitet. Stimmbildung, Einführungsvorträge und natürlich intensive musikalische Probenarbeit bestimmen das Workshop-Geschehen. Für die Workshops steht ein qualifiziertes Dozenten-Team zur Verfügung. Diese Vorbereitungsphase stellt einen wesentlichen Bestandteil des Projektes dar, verbindet sich doch hier qualifizierte Vermittlung musikalischer Fertigkeiten mit Teilhabe auf glückliche Weise. Für den Projektchor wird eine Zahl von mindestens 85 Sängerinnen und Sänger angestrebt.

Instrumentalensemble aus der Region
Während die Chöre des Werkes bei ausreichender Probenzeit gut von Laien erarbeitet und aufgeführt werden können, bedarf es für das Orchester professioneller Instrumentalistinnen und Instrumentalisten. Hierzu sollen Musikerinnen und Musiker, die in der Region tätig sind, eingeladen werden. So kommen Qualitätsanspruch an die Projektausführung und Regionalbezug zueinander.

Die Solisten
Der Komponist sieht für die Aufführung zwei Gesangssolisten vor. Sie müssen die Fähigkeit haben, klassisches Singen mit folkloristischem Sound zu verbinden. Auch hier soll zunächst geschaut werden, ob es in der Region eine geeignete Sängerin und ein geeigneter Sänger gibt.
Professionelle künstlerische und organisatorische Leitung
Alle Mitwirkenden werden von qualifizierten professionellen Dozentinnen und Dozenten angeleitet, die in dem jeweiligen Gebiet ausgewiesene Fachleute sind. So bekommen die mitwirkenden Laien die Möglichkeit mit Profis zusammen zu arbeiten und es wird für die Erarbeitung und die Aufführung des Werkes ein hoher Leistungsstandard garantiert. Alles in allem ist das eine für alle Seiten fruchtbare Win-Win-Situation.

Der KultRaum e.V. hat durch seine inzwischen über fünfjährige Geschichte ein hohes Maß an Kenntnissen erworben, wie man solche freien Kulturprojekte zu organisieren hat. Dazu gehören neben den ambitionierten wöchentlichen Kleinkunst-Veranstaltungen die Organisation der „Langen Nacht der Kultur“, das große musikalische Krippenspiel und vor allem die beiden vorherigen Großprojekte: „Carmina Burana- gesungen und getanzt“ sowie „Mozart meets Morozov“.